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Ja, mir san mitm Radl da

10/04/2011

Sich in Marburg fortzubewegen ist so eine Sache. Auto ist schonmal viel zu teuer und wäre außerdem inkonsequent & verlogen für einen Freizeitweltretter wie ich es bin. ÖPNV ist an sich eine vernünftige, dank Semesterticket kostenlose und auch noch ökologisch vertretbare Alternative. Könnte man meinen, wenn man nicht die Realität kennen würde. Traurige Wahrheit ist leider, dass es ab einer gewissen Tageszeit nicht mehr wirklich, ansonsten nicht sehr regelmäßig und an Sonn- und Feiertag im Prinzip gar nicht möglich ist, sich mit den Bussen der Marburger Stadtwerke von A nach B zu bewegen. Da ich nicht auf den Kopf gefallen bin bediente ich mich der Liste von Verkehrsmitteln um ein alternatives Fortbewegungsmittel zu finden. Nachdem sich Streitwagen, Luftkissenschlitten und leider auch Muskelkraft-Flugzeug als unpraktisch erwiesen hatten stieß ich dann doch noch auf die Lösung: das Fahrrad.

Mein Fahrrad stand nun leider noch in der alten Heimat und daher wurde kurzerhand beschlossen, das schöne Frühlingswetter zu nutzen und aus dem Fahrradtransport eine kleine Radtour zu machen. Nachdem die Strecke durch Mogeln mit der Bahn ein bisschen abgekürzt wurde ging es ab Wabern mit dem Radl in Richtung Marburg. Zwischen diesen beiden Orten liegt: nicht viel. Was ich bisher nur aus dem Fenster der Bahn kannte bestätigte sich hier deutlich. Das ist hessische Provinz pur. Die Strecke ist eine Aneinanderreihung von Kuhkäffern. Schön ist es ja schon, nur manchmal auch gruselig, so ausgestorben wirken Orte wie Gungelshausen oder Trockenerfurth. Problematisch wird diese Tatsache dann allerdings, wenn sich nach einer gewissen Zeit auf der Strecke doch irgendwann der Magen zu Wort meldet und man auf der Suche nach irgendeiner Möglichkeit des Erwerbs von Nahrungsmitteln auf nichts als verschlossene Türen stößt. So vertröstet man den Magen und sagt: Im nächsten Ort wird es bestimmt was geben. Der armer Kerl brauchte Geduld, bis sich schließlich in einem Ort der den absurden Namen Neustadt trug, neben unzähligen verrammelten Läden auch tatsächlich ein Dönermann mit offenen Türen fand. Niemals war ein Dönerladen so ein himmlischer Anblick. Einmal Lahmacun mit scharf bitte. Hallelujah!

Frisch gestärkt wird weiter in die Pedalen getreten. Zwar hat man sich beim Aufstellen der Fahrradweg-Schilder große Mühe gegeben sie so aufzustellen, dass der geneigte Radwanderer sich garantiert verirrt, aber trotz allem kam das Ziel Marburg immer näher. Zivilisationsschock pur, denn plötzlich wurden nicht nur die Orte und Häuser langsam größer, sondern auf einmal waren auch tatsächlich Menschen auf den Straßen zu sehen. Ich gebe zu, in der Vergangenheit blöde Kommentare über die Größe Marburgs gemacht zu haben. Doch wenn man die Einöde die zwischen Kassel und Marburg liegt einmal langsamer durchquert hat als in einer Stunde mit der Bahn, dann wirkt es auf einmal wie eine Riesenmetropole. Umso erleichterter ist man daher, wenn man endlich das Schl0ß erblickt. Das Ziel ist nach einem langen Tag endlich vor Augen, es ist geschafft. Denkste. Taktisch unklug bei so einer Radtour ist es, wenn man auf einem Berg wohnt, der nur durch lächerlich steile Straßen mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Das macht als Abschluss nach 105 Kilometern noch einmal besonders Spaß.

Das Fazit: Ziel erreicht – nun habe ich ein Fahrrad in Marburg. Nebeneffekt ist ein Sonnenbrand im Gesicht und die Tatsache, dass ich dank Muskelkater für die nächsten 3 Wochen nicht bereit bin, mich wieder auf dieses Fahrrad zu setzen. Danach kann mich aber nichts und niemand mehr davon abhalten, die Straßen mit meinem Drahtesel unsicher zu machen. Na gut außer dem Berg vielleicht.

 

PS: Für große Begeisterung sorgt bei mir immer wieder die schöne Statistik, die WordPress so liefert, wenn man hier einen kleinen Blog pflegt. Heute gleich doppelt. Angezeigt werden nicht nur Besucherzahlen undsoweiter sondern auch, durch welche Google-Suchbegriffe Menschen sich hierher verirren. Die Tatsache, dass sich dank meines vorletzten Artikels 2 Menschen hier wiedergefunden haben, die Hundeurin beim Kraulen gegoogelt haben, finde ich einfach nur fantastisch. Mein Blog ist übrigens der 3. Suchtreffer zu dieser Suche. Außerdem erfuhr ich kürzlich dank der Statistik, dass mein Blog nun bereits mehr als 1000 mal aufgerufen wurde. Ich fühle mich geschmeichelt und werde gleich zur Feier des Tages eine Flasche Champagner auf dem Balkon aufmachen. Vielleicht aber auch eine Bierflasche.

PPS: Es ist Sonntag und wie könnte man die Freizeit des Wochenendes besser nutzen als mit diesem kleinen Bastelspaß?

3 Kommentare leave one →
  1. 16/04/2011 11:43 am

    Amüsanter Blogartikel 🙂 Na dann mal viel Spaß beim Radeln 😉 Über diese Variante der Fortbewegung hatte ich auch schon mal nachgedacht, aber der Berg, den ich tagtäglich hochfahren müsste, wirkt dann einfach doch zu abschreckend.

    Liebe Grüße,
    Deborah

  2. 27/04/2011 8:06 pm

    Ja, eine gute Idee. Ein kleiner, aber sehenswerter Umweg wäre vllt Amöneburg (bei Kirchhain) gewesen. Da fehlte dir sicher die RMV-Freizeitkarte Route 11! 😀
    http://www.rmv.de/coremedia/generator/RMV/Freizeit/FreizeitMitRMVPartner/RheinMainVergnuegen/Route11/RMVERGNUEGEN__Route11__ART.html
    Schönen Gruß
    arnewpunkt

    • 27/04/2011 10:57 pm

      Amöneburg war theoretisch bekannt und zwischenzeitlich auf den Schildern auch nur 5 Kilometer entfernt, aber ein mörderisch steiler Berg als Abschluss erschien irgendwie genug. 😉

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